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Martin Gafner

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 In Gedenken an

 Martin Gafner (27.09.1934 - 08.03.2015), ein Fesselflug Pionier der ersten Stunde

Im März 2015 nahm eine große Trauergemeinde für immer Abschied von Martin Gafner. Ein einzigartiger, lieber Mensch und Kreisflieger der ersten Stunde ist nicht mehr. In den frühen 50ziger Jahren, als der Fesselflug nach Europa überschwappte liess sich Martin mit ein paar Kollegen von der damals einzigen Möglichkeit ein Modell selber zu steuern, dem Fesselfliegen, begeistern.

Schnell wuchs die Anhängerschaft dieses Hobbys und führte 1954, zusammen mit seinem Bruder und Vater zur Vereinsgründung des Modellbauzirkel Basel, kurz MBZB. Vorderhand sah man die Gebrüder regelmäßig auf dem ersten Flugfeld , der langen Erlen ihrem Hobby frönen, dies ergo in einer Zeit wo es noch keinen Fernsteuerflug gab, sondern eben nur das Steuern eines Modells mittels Griff und zwei Stahldrähten. Die Szene entwickelte sich rasch und mit dem Bau der Fesselfluganlage auf den Sternenfeld in Birsfelden bei Basel gewann der Verein an Mitgliederstärke und immer wie mehr Leute fanden Freude an diesem einzigartigen Hobby. Ab dann ging die Entwicklung steil nach oben, man organisierte Wettbewerbe und zeigte den in Scharen jeweils am Flugplatz vorbeischauenden Besuchern die drei Fesselflugsparten, Akrobatik , Speed, Team Racing. Es war die Zeit wo man 2.5ccm, 5ccm + 10ccm Motoren spektakulär ohne Schalldämpfer flog und so echte Renn-/ und Unterhaltungs Atmosphäre generierte. Das wohlverstanden im Sonntagsanzug mit Krawatte und Hemd. Martin war nicht nur ein begnadeter Modellbauer, so stammen viele Fesselflieger aus seiner Hand, sondern auch mehrmaliger Schweizermeister in der Sparte Speed und zusammen mit seinem Bruder Christian mehrfacher Team Racing Meister. Es entwickelten sich neben dem gemeinsamen Fliegen auch wertvolle Freundschaften , die einen Zusammenhalt der Mitglieder auf verschiedenen Ebenen brachte. 1965 musste das Sternenfeld Neubauten weichen und es kam die Zeit wo sich der Verein von den nicht Fesselfliegern trennte, um sich fortan komplett auf diese Freizeitbeschäftigung zu konzentrieren. Martin engagierte sich in der Zwischenzeit auch erfolgreich um den Nachwuchs und holte so den einen oder anderen Jugendlichen am Sonntag zum Fliegen ab. Ihm galt das als sein allergrösstes Anliegen und man spürte wie er richtig auflebte wenn er jungen Burschen das Fliegen von Modellen mittels Griff-Steuerung beibringen konnte. So bin auch ich 1970, der intensivsten Zeit des Fesselfluges zum Verein gelangt und durfte so manchen Sonntag mit Martin auf die neue Fesselfluganlage der MG Breitenbach , ins "Schwalbennest" fahren, um dort gemeinsam zu fliegen. Es war wahrlich die große Zeit wo man in ganz Europa herumreiste, um an internationalen Wettbewerben teilzunehmen, sich die Kreisflug Anhängerschaft stetig vergrösserte und Internationalität erlangte. Martin führte aber auch über Jahrzehnte die Geschicke des MBZB als Präsident und amtete auch erfolgreich in der Fako F2. Du warst immer eine stiller Schaffer, aber unermüdlicher Kämpfer in unserer gemeinsamen Sache. Als Gründungsmitglied des internationalen MBZ Cups, anfänglich in der Sparte Fuchsjagt, später kam Akrobatik dazu, hast Du einen Meilenstein gelegt, welcher in Folge zu 30 MBZB World Cups geführt hat. Mit grosser Freude und Stolz hast Du aber auch eine wundervolle Motorensammlung aufgebaut, fein säuberlich jedes Stück in einer Vitrine ausgestellt, die Du gerne Deinen Kollegen immer wieder gezeigt hast.Jeder Motor hatte seine Geschichte und Du hast meisterlich darüber erzählt.

In späteren Jahren bist Du auch als Punkterichter für uns Kunstflieger immer wieder im Einsatz gestanden. Ja es war nicht nur Dein Fachwissen, nein mit Deinem stets liebevollen Wesen hast Du lieber Martin unheimlich viel beigetragen dieses Hobby bis heute in die moderne Zeit weiter zu bringen. Deine Art war prägend und viele Kollegen haben von Deinen Ratschlägen profitiert. Als Fesselflug Höhepunkt darf man aber sicher Deine Reise nach USA an eine WM erwähnen, wo ein lange ersehnter Wunsch von Dir in Erfüllung ging, mal das Land der Kreisflieger persönlich zu erkunden. Dein Strahlen beim Erzählen von diesem Erlebnis und den unzähligen Geschichten aus 60 Jahren Fesselflug werden wir nie vergessen und in bester Erinnerung behalten. Mögest Du nun in Frieden ruhen.

Peter Hofacker 16. April 2015
Präsident MBZ Basel

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